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Vom Perfektionismus und dem Geprägt-Sein

Das menschliche Wesen wird von jedem und durch alles in eine Schiene gedrängt - mittels Lebensweisheiten, Normen, Ratschlägen als auch Empfehlungen hinsichtlich seines Verhaltens. Eine freie Entwicklung der eigenen Individualität scheitert somit kläglich, da die meisten Menschen genau vor dieser Individualität - vor der eigenen Persönlichkeit - flüchten, um eine Person zu werden, die gesellschaftlich angepasst erscheint. Demnach klafft eine Kluft zwischen dem seelischen Wesen, das sie sind und dem was sie nicht sind – das ist ein großes Problem, dessen sich nur wenige stellen.

Aber welche Rolle spielt hierbei der Perfektionismus? Es ist sinnlos, sein seelisches Wesen dahingehend zu perfektionieren, um den Vorstellungen anderer gerecht zu werden. Lediglich Kenntnisse und Fertigkeiten können perfektioniert werden. Die Seele ist kein Computerprogramm, das bis in die (dem Menschen mögliche) Perfektion verbessert und optimiert werden kann. Die Seele ist etwas Lebendiges. Leider hindert uns unser Denken nur allzu oft daran, sie als solches zu erkennen. Unser Denken versucht zwanghaft, den Menschen als eine Maschine zu sehen, als eine Art Computer. Wir können uns jedoch nicht mit einem Computer vergleichen, denn dieser ist (in mancherlei Hinsicht) viel besser als wir. Ein Computer folgt gewissen Regeln als auch mathematischen Gesetzen und seine Speicherkapazität überragt um Weiten die Gedächtnisleistung der Menschen. Bei einem Computer handelt es sich um ein technisches Werkzeug, das wir verwenden, um uns nach Möglichkeit den Alltag zu erleichtern. Solche Werkzeuge können perfektioniert werden – die Seele ist kein Werkzeug. Die Seele ist unser Kern. Dort sind wir selbst. Und warum sollte es falsch oder egozentrisch sein von eben dort aus, seinem Selbst, sein Leben zu gestalten? Viel zu oft werden Menschen als Werkzeuge für Interessen anderer missbraucht und daran gehindert, sie selbst zu sein. Es ist eine Unart, ja eine Grausamkeit, das Innerste eines Menschen zu manipulieren und ihn daran zu hindern, sich zu entwickeln und zu entfalten.
Doch der Mensch ist anfällig für solch eine Art von Manipulation. Er will bewundert und wertgeschätzt werden. Er will so sein wie andere, wodurch er sich mehr und mehr von sich selbst entfernt. Und irgendwann stellt sich der Mensch die Frage: „Wer bin ich?“